Gehüllt – unter Hoffnung

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Heute morgen war ich unter Hoffnung begraben
dann schälte ich mich frei
ich wälzte mich aus der Hoffnung Grab
hinunter vor die Stufen des Altars
ohne Schuhe
denn hier ist heiliges Land
ich wälzte mich durch den Staub
Drehung um Drehung im Gold geborgen
über Stufe und Schwelle
langsam hinunter
Rolle für Rolle
zum Licht hinaus in die Freiheit
aus der Geborgenheit unter Hoffnung begraben zu sein
hinaus bis ins Leben

Nun bin ich zurück gekehrt
bin hinter die Hoffnung gegangen
nun sitze ich ihr im Rücken
von hier aus habe ich alles vor mir
einer biegt Klammern auf – schon den ganzen Tag lang
einer malt weiße Flächen und eine backt Brot
Der Geruch des Brotes mischt sich seltsam mit dem chemischen Geruch des Stiftes
Vor mir lässt eine Feuerwanzen im Altarraum frei und eine hängt ab
mitten in der Kirche
Von der Empore klingt Gitarrenmusik
sie gibt dem Raum etwas heiliges beruhigendes
Unter der Folie bin ich beschützt
ich sehe alles und bleibe doch verborgen

Noch immer sitze ich hinter der Hoffnung
Ist sie von dieser Seite anders?Über mir das Gedenken an die Toten
einer hat ihren Schmerz sichtbar gemacht
Namenlosem Leiden eine Geschichte gegeben
Ich spüre ihr Leiden kaum
beschützt unter der Folie bleibt der Schmerz draußen
Menschen kommen herein
sind neugierig
schauen sich um
erzählen von ihrer Kirche

Hinter der Hoffnung ist auch hinter dem Tod
ist nun beides vorbei oder beides voraus?
Ich lege mich unter die Hoffnung
solange bis der Impuls zum Hervortreten ins Leben
unwiderstehlich wird.
Ich muss hinaus
Muss den Tieren ein Schiff bauen
sie zum Herrn bringen
Der Herr gebe Segen zum Tun und zum Gehen.

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